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Neues Positionspapier der ESPGHAN zur Beikost

07.2017
Autorin
Mag. rer. nat. Susanne Seufer-Wasserthal

Anfang des Jahres veröffentlichte die ESPGHAN ein neues Positionspapier zum Thema Beikost. Wir haben die wichtigsten Empfehlungen für Sie zusammengefasst:

Der richtige Zeitpunkt für die Beikosteinführung
Ausgehend davon, dass der Verdauungstrakt des Säuglings nach vier bis sechs Monaten soweit ausgereift ist, dass auch Nicht-Milch-Lebensmittel verdaut werden können, empfiehlt die ESPGHAN folgendes Timing:

  • Mindestens 4 Monate soll ausschließlich gestillt werden. Wünschenswert ist es, 6 Monate ausschließlich bzw. vorwiegend zu stillen.
  • Beikost soll nicht vor dem 4. und nicht nach dem 6. Monat eingeführt werden (zwischen 17 und 26 Wochen).

Art der Beikost
Abwechslungsreiche Ernährung von Anfang an, mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen und Texturen, vielen verschiedenen (auch bitteren, grünen) Gemüsesorten, fördert die Akzeptanz von Lebensmitteln bei Kleinkindern. Weitere Empfehlungen lauten:

  • Kuhmilch nicht als Getränk im ersten Lebensjahr geben (kleine Mengen zur Breizubereitung sind ok).
  • Allergene Lebensmittel dürfen bereits nach dem 4. Monat eingeführt werden.
  • Säuglinge mit einem hohen Risiko für Erdnussallergie sollen zwischen 4 und 11 Monaten unter ärztlicher Aufsicht Erdnuss in den Speiseplan einführen.
  • Gluten zwischen 4 und 12 Monaten einführen, in den ersten Wochen nur in kleinen Mengen.
  • Eisenreiche Lebensmittel wie Fleisch oder angereicherte Lebensmittel füttern.
  • Kein Zusatz von Salz und Zucker, keine Fruchtsäfte oder zucker-gesüßte Getränke.
  • Vegane Ernährung nur unter medizinischer oder diätetischer Aufsicht um eine ausreichende Versorgung mit div. Vitaminen, Fettsäuren und Mineralstoffen zu gewährleisten – Supplemente notwendig!

Methoden der Beikosteinführung
Zeitpunkt, Auswahl und Methoden der Beikostfütterung beeinflussen das Essverhalten der Kinder langfristig. Da die Eltern diese wesentlichen Punkte entscheiden, spielen sie eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Ernährungsvorlieben und Appetitregulation.

  • Konsistenz und Struktur sollen dem Entwicklungsstadium des Säuglings angepasst sein.
  • Zeitgerechtes Anbieten von Finger Food und damit einhergehende Aufforderung zum „Selbstfüttern“.
  • Nicht zu lange fein pürierte Breikost füttern, stückige Texturen ab dem 8. Monat, spätestens ab dem 10. Monat, anbieten.
  • Hunger und Sättigung des Kindes beachten, Essen nicht als Beruhigung oder Belohnung einsetzen.


Referenz:
Complementary Feeding: A Postion Paper by the European Society for Pediatric Gastroenterology, Hepatology, and Nutrition (ESPGHAN) Committee on Nutrition. JPGN, Januar 2017