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Kurzsichtigkeit: Draußen spielen als Prävention

10.2019
zusammengefasst von Dr. Stephanie Ruf, Ernährungswissenschaftlerin

In Europa ist mittlerweile jeder zweite Jugendliche unter 20 Jahren kurzsichtig. Eine Studie zeigt auf, dass neben der Genetik der Aufenthalt im Freien einen entscheidenden Einfluss auf die Myopie (Kurzsichtigkeit) nimmt.
Nahezu 700 Erstklässler in Taiwan wurden in zwei Gruppen eingeteilt: in eine „Frischluft-Gruppe“ mit mindestens 11 Stunden Aufenthalt im Freien pro Woche und eine Gruppe, die ihre Lebensgewohnheiten nicht veränderte. Die Kinder in der Gruppe mit viel natürlichem Licht hatten ein um 54 % niedrigeres (p> 0,003) Risiko, eine rasch progrediente Myopie zu entwickeln. Dabei ist keine starke Sonneneinstrahlung erforderlich, sondern letztlich nur die Exposition in natürlichem Licht (auch Schatten).
Fazit: Weniger Kurzsichtigkeit bei Kindern durch Spielen im Freien mit Tageslicht (Wu et al. 2018).

Info für die Eltern: Das Spielen im Freien kann präventiv der Kurzsichtigkeit entgegenwirken (Wu et al. 2018). Zu wenig Aufenthalt in natürlichem Licht und der Konsum von elektronischen Medien fördern hingegen die Kurzsichtigkeit. Grund: Der Fokus des Auges auf den Nahbereich, etwa beim Starren auf das Smartphone, führt zu einem Wachsen des Augapfels (mehr als beim Lesen eines Buches). Als Folge entsteht dauerhafte Kurzsichtigkeit!
Empfehlung: Kinder sollten sich täglich 2 Stunden im Freien aufhalten (Ärzteblatt online 2018).


Referenzen:
Wu PC, Chen CT, Lin KK et al. Myopia prevention and outdoor light intensity in a school-based cluster randomized trial. 2018 Aug; 125(8): 1239-1250. Ophthalmology Epub 2018 Jan 19. doi: 10.1016/j.ophtha.2017.12.011.
Ärzteblatt online: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/98095/Smartphones-fuer-Kleinkinder-tabu 2018 (besucht am 10.09.2019)