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Neue Handlungsempfehlungen: Ernährung und Bewegung im Kleinkindalter

06.12.2013

Wie können Eltern ein gesundes Essverhalten und den natürlichen Bewegungsdrang von Kleinkindern fördern? Hierzu hat das Expertengremium „Gesund ins Leben - Netzwerk Junge Familie“ neue Handlungsempfehlungen ausgearbeitet. Dabei liegt der Fokus auf dem Essalltag in der Familie und wie dieser ungezwungen gefördert werden kann.

Die Handlungsempfehlungen im Überblick:

  • Essen lernen
    Der Abschnitt befasst sich mit den Themen „Gemeinsame Mahlzeiten“, „Beachtung von Hunger und Sättigung“ und „Erweiterung der Lebensmittelvielfalt“.
    Regelmäßige Mahlzeiten sollten sich mit essenfreien Zeiten abwechseln. Gemeinsame Mahlzeiten in angenehmer Atmosphäre sind wünschenswert. Die Beachtung der Hunger- und Sättigungssignale des Kindes trägt zur Entwicklung eines gesundheitsförderlichen Essverhaltens bei. Wichtig dabei ist, dass Essen nicht als Leistung betrachtet wird.
  •  Ernährung im Kleinkindalter beschäftigt sich neben der richtigen Ernährungsweise auch mit dem Schutz vor Infektionen und Intoxikationen durch Lebensmittel.
    - Familienernährung: Eine ausgewogenen und abwechslungsreichen Familienernährung kann den Bedarf des Kleinkindes sicher. Kleinkinder sollen an den Familienmahlzeiten teilnehmen.
    - Aspirationsgefahr: Nüsse, Mandeln und harte Lebensmittelstücke für Kleinkinder unzugänglich aufbewahren.
    - Getränke: Kinder sollten zu jeder Mahlzeit und zwischendurch Wasser (oder andere ungesüßte Getränke) aus einem Glas/Becher trinken.
    - Eine ausgewogene vegetarische Ernährung im Kleinkindalter ist möglich, von einer veganen Ernährung wird abgeraten.
    - Wenn Kindermilchgetränke gegeben werden, sollten Produkte gewählt werden, die sich an den  Empfehlungen zur Zusammensetzung für Kleinkindermilchgetränke der DGKJ orientieren.
    - Ein industriell hergestelltes Beikostmenü, das bestimmte Hauptkomponenten (je 1 Portion Getreide/Kartoffeln, Gemüse/Obst, tierisches Lebensmittel) enthält, kann eine Alternative zu einer ausgewogenen selbst zubereiteten Mahlzeit sein.
    - Schutz vor Infektionen/ Intoxikationen: Rohe tierische Lebensmittel und daraus hergestellte, nicht erhitzte Speisen sind zu meiden.
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
    Nahrungsmittel sollen nur dann wegen einer Unverträglichkeit aus der Ernährung ausgeschlossen werden, wenn eine gesicherte ärztliche Diagnose vorliegt.
  • Körperliche Aktivität des Kleinkindes ist aktiv zu unterstützen und der natürliche Bewegungsdrang nicht einzuschränken. Inaktivität sollte begrenzt werden. Auch ausreichend Schlaf sowie der Wechsel von Ruhe und Aktivität tragen zu einer gesunden Entwicklung bei.


Die komplette Empfehlungen in der Monatsschrift Kinderheilkunde 12.2013

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