Menü

Blutzucker-Monitoring

Neugeborene mit einem Risiko für Hypoglykämie entwickeln diese fast immer in den ersten 12 Lebensstunden

11.2018
Autor Prof. E. Harms, Universitäts-Kinderklinik Münster

Viele Neugeborene haben aus unterschiedlichen Gründen ein erhöhtes Risiko, postnatal eine Hypoglykämie zu entwickeln, was dann Anlass für ein postnatales Blutzucker-Monitoring mit mehrfachen Blutabnahmen ist. Aber wie lange muss bei einem Risiko dieses Blutzucker-Monitoring fortgesetzt werden?

Zu dieser Frage werden jetzt die Ergebnisse einer Studie aus den Niederlanden vorgelegt [1]. In die Studie wurden 1570 Neugeborene mit einem oder mehreren Risiken wie Frühgeburt, Diabetes oder Gestationsdiabetes der Mutter, Geburtsgewicht < 10. oder > 90. Percentile (PC) aufgenommen. 762 Kinder, d.h. etwa die Hälfte hatten mindestens eine Hypoglykämie. Ein Drittel der Hypoglykämien waren schwer (≤ 27 mg/dl), zwei Drittel moderat (≤ 40 mg/dl). Bei 96,7 % der Kinder trat die erste Hypoglykämie innerhalb der ersten 6 Lebensstunden auf. Nach der 12. Lebensstunde trat eine erste, moderate Hypoglykämie nur bei 3 Mangelgeborenen (KG ≤ 10. PC) und 2 hypertrophen Neugeborenen (KG ≥ 90. PC) auf. Erste Hypoglykämien bei Kindern diabetischer Mütter traten alle innerhalb der ersten 12 Lebensstunden auf.

Fazit: Die Autoren schließen daraus, dass das Glucose-Monitoring ohne Nachweis einer Hypoglykämie nach 12 Stunden beendet werden kann mit Ausnahme von unter- oder übergewichtigen Termingeborenen, bei denen das Monitoring bis 24 Stunden fortgesetzt werden sollte.

Kommentar: Blutentnahmen sind schmerzhaft und auch bei den Müttern sehr unbeliebt. Diese Studie ist eine gute Basis für die zeitliche Begrenzung eines Blutzucker-Monitorings.


Referenzen: [1] Blank C, van Dillen J & Hogeveen M (2018) Primum non nocere: earlier cessation of glucose monitoring is possible. Eur J Pediatr 177:1239–1245.

Lesen Sie auch Neonatale Hypoglykämie