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DGKJ: Ernährung gesunder Säuglinge

02.07.2014

Die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) gibt in der Monatsschrift Kinderheilkunde (06/2014) aktualisierte Empfehlungen zur Ernährung gesunder Säuglinge heraus:

  • Stillen in den ersten 4- 6 Lebensmonaten (ohne routinemäßiges Zufüttern von Flüssigkeiten; weiterstillen auch nach Beikosteinführung).
  • Muttermilchersatz: Nicht oder nicht voll gestillte Säuglinge erhalten von Beginn an (ad libitum Fütterung) und fortlaufend mit der Beikosteinführung Säuglingsanfangsnahrungen (Pre oder 1). Babys mit erhöhtem Atopierisiko sollen Hydrolysatnahrung (HA) bis zum Zeitpunkt der Beikost gefüttert bekommen.
  • Folgenahrungen (2-Nahrungen) sollen erst gegeben werden, wenn das Baby Beikost erhält. Alternativ kann auch die Säuglingsanfangsnahrung bis zum Ende des 1. Lebensjahres weiter eingesetzt werden.
  • Beikostbeginn: Ab Beginn des 5.- 7. Lebensmonats (7. Monat spätestens). Empfohlen wird, dem Baby parallel kleine Mengen Gluten und verschiedene Lebensmittel anzubieten.
  • Familienkost ab dem 10. Monat.
  • Supplementierung: Vitamin K (2mg oral am 1., zw. 3.- 10. Lebenstag u. 4.-6. Lebenswoche) sowie Vitamin D (400- 500 IU/Tag) ab 2. Woche kombiniert mit Fluorid (0,25mg) in Tablettenform.


Neu bei den DGKJ-Empfehlungen ist die Auseinandersetzung mit folgenden Trends in der Babykost:

  • Baby-led Weaning – Selbstfütterung des Babys wird als kritisch eingestuft, da aufgrund der motorischen Fähigkeiten die Gefahr droht, dass die Beikost nicht zwischen der 17. und 26. Lebenswoche eingeführt wird und eine angemessene Nährstoffversorgung (v.a. von Eisen) nicht sichergestellt ist.
  • Vegetarisch bis vegan – auch für´s Baby? Eine ovo-lakto-vegetarische Ernährung ist für Säuglinge im 1. Lebensjahr möglich; eine vegane Ernährung hingegen kann zu starken Defiziten in der Nährstoffversorgung führen (Supplementierung!).

 

Zum Artikel: Empfehlungen der Ernährungskommission der DGKJ: Ernährung gesunder Säuglinge. Monatsschrift Kinderheilkunde 2014; 6: 527-537.