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1. HiPP Bio-Symposium

Der ökologische Landbau gilt heute als nachhaltigere und umweltfreundlichere Alternative zum konventionellen Landbau. Das lässt sich durch wissenschaftliche Erkenntnisse untermauern, wie internationale Experten beim 1. HiPP Bio-Symposium anhand zahlreicher Übersichtsarbeiten und Metaanalysen belegt haben.

Wo liegen die Stärken des ökologischen Landbaus?

Um das herauszufinden, wurde die Performance des ökologischen Landbaus anhand von vier Nachhaltigkeitskriterien bewertet.

1. Ernteerträge und Lebensmittelqualität

Die Erträge von Bio-Kulturen sind unter günstigen Klima- und Bodenbedingungen im Allgemeinen um 8 bis 25% niedriger als beim konventionellen Landbau. Bei Obst und Weizen ist der Unterschied noch größer (27 bis 28 %), bei Reis, Sojabohnen, Mais und Kleegras ist er relativ gering (6 bis 11 %).
Allerdings erhöht der ökologische Landbau die Lebensmittelqualität, da Bio-Lebensmittel oft nährstoffreicher sind als herkömmliche und in ihnen wenige oder keine Pestizidrückstände gefunden wurden.

2. Umweltfreundlichkeit

Ökologische Bewirtschaftungssysteme gehen nachweislich mit einer besseren Bodenqualität, weniger Bodenerosion und geringem Risiko einer Belastung des Grund- und Oberflächenwassers mit synthetischen Pestiziden einher. Darüber hinaus weist der
ökologische Landbau eine größere biologische Vielfalt sowohl unter als auch über der Erde (Vögel, Insekten, Bodenfauna, Mikroben) auf.

3. Wirtschaftliche Tragfähigkeit

Eine Metaanalyse ergab, dass die Erträge des ökologischen Landbaus bei in etwa gleichen Gesamtkosten um 10 bis 18% niedriger waren. Doch aufgrund von Preisprämien war der ökologische Landbau deutlich profitabler (um 22 bis 35 %) und wies ein höheres Kosten-Nutzen-Verhältnis (um 20 bis 24 %) als der konventionelle Landbau auf.

4. Gesundheitliche Aspekte und soziale Verantwortung

Der ökologische Landbau bietet nicht nur mehr Arbeitsplätze für landwirtschaftliche Arbeiter, diese sind auch weniger Pestiziden und anderen Chemikalien ausgesetzt. Zudem enthalten Bio-Lebensmittel weniger Pestizidrückstände, die bei Kindern
und insbesondere Föten bereits in sehr geringen Konzentrationen gesundheitsschädliche Auswirkungen haben können. Die Exposition gegenüber toxischen Chemikalien gilt als einer der wichtigsten Einflussfaktoren während der frühen Gehirnentwicklung.
Dabei spielen selbst sehr niedrige Konzentrationen eine Rolle: Schon kleinste Mengen toxischer Substanzen könnenden IQ von Kindern beeinflussen.

Perspektiven für die Zukunft

Durch den Klimawandel und die zunehmende Bodenerosion gerät die konventionelle Lebensmittelproduktion in immer größere Bedrängnis. Denn konventioneller Anbau führt zu einer vermehrten Auslaugung der Böden, zur Zunahme von Bodenerosion und CO2-Emissionen – und damit zu steigenden Kosten. Unter diesem Aspekt wurde eine Pilotstudie durchgeführt, um die tatsächlichen Kosten von konventionellem und biologischem Obst und Gemüse unter Berücksichtigung von Boden, Wasser Biodiversität, Klima, Gesundheit usw. zu bewerten. Die Studie ergab, dass eine Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit nicht als Kosten, sondern als Investition bewertet werden sollte. Vor allem aber gilt die Bio-Lebensmittelproduktion als unerlässlich für die Gewährleistung einer sicheren Versorgung der wachsenden Weltbevölkerung in den kommenden Jahren.

HiPP BIO-Website: https://www.bioweitergedacht.de/