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Paracetamol verhindert Fieberkrampf-Rezidiv

07.2019
Autor Prof. J. Spranger, Universitäts-Kinderklinik Mainz

Etwa 3-4% aller Kinder haben bis zum 7. Lebensjahr einen Fieberkrampf. Etwa jedes Dritte von ihnen erleidet weitere Anfälle, teilweise beim selben fieberhaften Infekt.

In einer japanischen Verlaufsstudie erhielten 219 Säuglinge und Kleinkinder mit einem ersten Fieberkrampf Paracetamol-Zäpfchen (10mg/kg) unmittelbar nach der Klinikaufnahme [1]. 204 Probanden einer randomisierten Kontrollgruppe erhielten kein Antipyreticum. Probanden mit einem Anfall >15 min, Diarrhoe, Epilepsie und anderen Vorerkrankungen waren sorgfältig von der Studie ausgeschlossen. Im Verlauf der Fieberepisode erlitten 20 (9,1%) Probanden mit Paracetamol einen weiteren Krampfanfall, gegenüber 40 (23,5%) Probanden ohne Paracetamol.
Mit anderen Worten verhinderte Paracetamol mehr als die Hälfte nachfolgender Anfälle.

Kommentar: Nach der letzten neuropädiatrischen Leitlinie (AWMF 022/005) ist eine Anfalls-prophylaktische Wirkung von Antipyretica nicht nachgewiesen.
Die japanische Studie gibt zumindest einen Hinweis, dass dem doch so ist. Jedenfalls spricht in der Praxis nichts gegen das gute alte Treupelzäpfchen (aut simile) nach einem Fieberkrampf.

Referenz: Murata S, Okasora K, Tanabe T et al.(2018) Acetaminophen and febrile seizure recurrence during the same feverepisode. Pediatrics 142:e20081009.e