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Diabetes mellitus 1: Weniger Basal-Insulin, besseres HbA1c

07.2017
Autor Professor
J. Spranger, Universitäts-Kinderklinik Mainz

In der intensivierten Therapie des kindlichen Typ 1 Diabetes werden nach gegenwärtigen Richtlinien [1] 40-60 % der täglichen Insulinmenge als Basisdosis per Pumpe oder Langzeitinsulin verabreicht, der Rest als Normal- oder Analog-Insulin zusätzlich zu den Mahlzeiten.
In der Studie wurden bei 89 Jugendlichen Glukosewerte und Hb1Ac in Beziehung gesetzt zur Menge des täglich verabreichten Basisinsulins [2]. Der mittlere HbA1c-Wert lag bei 6,6 % in der besteingestellten Gruppe von 18 Jugendlichen. Sie waren auf relativ wenig Basisinsulin eingestellt (0,29E/kg/die = 35 % des täglichen Gesamtinsulins). Das mittlere HbA1c bei Jugendlichen, die mehr Basisinsulin erhielten (0,39U/kg = 41 % des Gesamtinsulins), war mit einem Mittel von 10,2 % sehr viel schlechter. Allerdings hatten Kinder mit einem geringeren Anteil an Basalinsulin – und damit besserem HbA1c - auch mehr Hypoglykämien. Mit einer Pumpe versorgte Jugendliche hatten ebenso viele Hypoglykämien wie Kinder mit einem intensivierten Basis-Bolus-Regime.

Kommentar: Unter dem Strich bleibt, dass man eine verbesserte Gesamteinstellung des Diabetes - gemessen an besseren HbA1c-Werten - mit vermehrten Hypoglykämien erkauft. Und es zeigte sich, dass mit Insulinpumpen nicht weniger Hypoglykämien auftreten als mit subkutanen Injektionen.  

Referenzen: [1] Danne T, Bangstad HJ, Deeb I et al. (2014) Insulin treatment in children and adolescents with diabetes. Pediatr Diabetes 15 (Suppl20) 114-134.
[2] Strich D, Balagour L, Shenker J , Gillis D (2017) Lower basal insulin dose is associates with better control in type 1 diabetes. J Pediatr 182:133-136. JS