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Asthma: Vermehrt Knochenbrüche durch systemische, nicht aber durch inhalierte Glukokortikoide

05.2018
Autor Professor J. Spranger, Universitäts-Kinderklinik Mainz

Glukokortikoide mindern die Knochenbildung, erhöhen den Knochenabbau und führen zu  Mineralverlust. Zur Frage ob, daraus folgend, langzeit-behandelte asthmakranke Kinder vermehrt Knochenbrüche erleiden, wurden 3884 asthmakranken Kindern mit einem Knochenbruch vier gleichaltrige Asthma-Kinder zur Seite gestellt, die zum gleichen Zeitpunkt keinen Knochenbruch erlitten hatten [1]. Verglichen wurde der Glukokortikoid-Verbrauch im Jahr vor dem Bruch, bei Kontrollkindern im Jahr vor dem angepassten Zeitpunkt der Aufnahme in die Studie.

Ergebnis: Unter Berücksichtigung statistischer Störfaktoren, wie Geschlecht, geographischer und sozioökonomischer Bedingungen, zeigte sich, dass Glukokortikoid-Aerosole das Risiko von Knochenbrüchen nicht  erhöhten. Dagegen erhöhten systemisch verabreichte Glukokortikoide das relative Fraktur-Risiko um 17 % (OR 1,17;95 1,04-1,33). Waren Dosen über 30 mg Prednison erforderlich, stieg das relative Risiko auf 42 % (OR 1,42;1,14-1,76).

Kommentar: Die verabreichten Glukokortikoid- Dosen wurden aus verordneten Rezepturen ermittelt, nicht aus den tatsächlich verabreichten Mengen. Desungeachtet sind die Ergebnisse hinsichtlich der Unbedenklichkeit inhalativer Glukokortikoide beruhigend.

Referenz:
[1] Gray N, Howad A, Zhu J et al. (2018) Association between inhaled corticosteroid use and bone fracture in children with asthma JAMA Pediatr 172:57-64.