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Übergewichtige und adipöse Kinder leiden häufiger unter funktionellen gastrointestinalen Beschwerden

09.2019
Autor Prof. E. Harms, Universitäts-Kinderklinik Münster

Eine italienische Arbeitsgruppe untersuchte prospektiv 103 übergewichtige und adipöse Kinder (mittl. Alter ca 10 Jahre, 1/3 übergewichtig, 2/3 adipös) auf funktionelle gastrointestinale Beschwerden (FGIDs) gegenüber einer alters- und geschlechts-angepassten normalgewichtigen Kontrollgruppe [1]. Die Erhebung der Daten zur Diagnose der FGIDs erfolgte standardisiert nach den Rom-III-Kriterien.
Bei 47,6 % insgesamt wurden eine oder mehrere funktionelle Beschwerden festgestellt (Kontrolle 17,4 %), davon 18,4 % Obstipation (Kontrolle 7,8 %), funktionelle Dyspepsie (Sammelbegriff) 22,3 % (Kontrolle 7,0 %), Reizdarm (Colon irritabile) 10,7 % (Kontrolle 2,6 %). Die Daten werden von den Autoren als Hinweise darauf interpretiert, dass sie gut zu dem biopsychologischen Modell zur Entstehung funktioneller gastrointestinaler Beschwerden passen, in dem Ernährung, Nahrungsbestandteile, gastrointestinales Mikrobiom und psychosoziale Faktoren eine Rolle spielen, alles Faktoren, die auch bei der Entstehung von Übergewicht und Adipositas eine Rolle spielen.

Kommentar: Zu Recht sprechen die Autoren zunächst nur von einer Assoziation, denn nach einem Zusammenhang bzw. einer Kausalität wurde auch nicht gesucht. Aber auch eine Assoziation zwischen Übergewicht und funktionellen gastrointestinalen Beschwerden war bisher in der Literatur umstritten, könnte aber durch diese Studie besser belegt sein.

Referenz:
[1] Tambucci R, Quitadamo P, Ambrosi M et al. (2019) Association Between Obesity/Overweight and Functional Gastrointestinal Disorders in Children. JPGN 68: 517-520.