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Nahrungsmittel-Allergien: Perspektiven zur Prävention

05.2016
Autor Dr. J. Hower, Pädiater

Ein Anstieg der Prävalenz von Nahrungsmittel-Allergien mit einer verstärkten Wahrnehmung im öffentlichen Bewusstsein hat zu Fragen nach den Ursachen geführt. Viele Eltern möchten wissen, was sie tun können, um Nahrungsmittel-Allergien bei ihren Kindern zu verhindern. In ihrem Beitrag erläutern die Autoren die Theorien über Risikofaktoren im frühen Lebensalter, die im Verdacht stehen, zu Nahrungsmittelallergien zu führen. Sie fassen in ihrer Übersicht die führenden Hypothesen für den Anstieg der Nahrungsmittel-Allergien als "die 5 Ds" zusammen: Trockene Haut (dry skin), Diät (Diet), Hunde (dogs), Sabbern (dribble) mit erhöhter mikrobieller Exposition und Vitamin D.

Die derzeit verfügbaren Hinweise auf diese Theorien werden mit der Frage diskutiert, ob und wie diese in klinische Empfehlungen übersetzt werden können. Mit Ausnahme von Nahrungsinterventionsstudien, leiten sich alle die bisher vorliegenden Daten aus Beobachtungsstudien ab, die keine ursächliche Verknüpfung beweisen.

In den aktuellen Ernährungsempfehlungen sollen Säuglinge im Alter von etwa 4 bis 6 Monate erstmals, unabhängig von der Familien-Vorgeschichte, feste Nahrung ohne Rücksicht auf ein vorhandenes Allergie-Risiko erhalten. Diese Empfehlungen gelten auch für Mütter während der Schwangerschaft und Stillzeit.

Weitere mögliche Strategien zur Vermeidung von Nahrungsmittel-Allergien werden derzeit untersucht. Dazu gehören auch die Optimierung der Grenzflächenfunktion der Haut, die Verringerung der Austrocknung durch Seifen und Reinigungsmittel und die Hautpflege mit nicht-allergenen Feuchtigkeitscremes.

Welche Rolle möglicherweise das intestinale und/oder kutane Mikrobiom und das Vitamin D in der Genese der Nahrungsmittel-Allergien spielen, entzieht sich derzeit noch unserem Verständnis.

Referenz:
Allen, KJ, Koplin, JJ. Prospects for Prevention of Food Allergy. J Allergy Clin Immunol Pract 2016 Jan 2 (epub ahead of print)