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Das kutane Mikrobiom: von der Besiedelung bis zur atopischen Dermatitis

Bericht zum „HiPP Expertenworkshop: Hautpflege“

mit Prof. Dr. Tilo Biedermann, München; PD Dr. Christina Schnopp, München; Dr. Thomas Volz, München; Prof. Dr. Dr. h.c. Thomas Bosch, Kiel

09.2018, zusammengefasst von Dr. Stephanie Ruf

Die Gesamtheit der Mikroorganismen (Bakterien, Pilze und Viren), die die Haut besiedeln, wird als „kutanes Mikrobiom“ bezeichnet. Dieses wird derzeit intensiv erforscht.
Gerade die frühe Entwicklungsphase der Hautflora stellt vermutlich ein  entscheidendes Zeitfenster für die Interaktion mit dem Immunsystem dar und kann die Gesundheit auf lange Zeit beeinflussen.
Das  Mikrobiom von vaginal geborenen Kindern gelangt durch die Vaginalflora auf das Neugeborene und entwickelt sich bereits ab den ersten Lebensstunden
weiter. Wie diese Entwicklung bei Kaiserschnitt-Kindern verläuft, ist noch nicht ganz klar.
Wenngleich noch viele Fragen offen sind, gibt es folgende Erkenntnisse:

  • Eine gesunde Haut geht mit einem ‚gesunden‘ Mikrobiom einher. Das Definieren eines gesunden Mikrobioms ist jedoch nicht einfach. Es wird einerseits dadurch erschwert, dass gesunde Personen individuelle Unterschiede aufweisen. Zusätzlich besteht an verschiedenen Stellen des menschlichen Körpers eine unterschiedliche Zusammensetzung der Mikrobengemeinschaft.
  • Der Vergleich mit dem Mikrobiom von Patienten mit atopischer Dermatitis (AD) deutet darauf hin, dass sich eine größere Vielfalt an besiedelnden Bakterien positiv auswirkt. Denn im Krankheitsfall ist die Diversität per se vermindert und bestimmte Staphylokokken-Spezies überwiegen.
  • Bei Kindern mit einer Vorbelastung für AD stellt die präventive Hautpflege einen vielversprechenden Ansatz dar. Regelmäßig mit Basispflege behandelte Kinder entwickelten in ersten Studien deutlich seltener eine AD im ersten Lebensjahr. Spannend ist der Befund, dass sich durch die Applikation von Bestandteilen eines nicht-pathogenen Bakteriums bei den Ekzemen von AD Patienten eine Besserung erzielen lässt. Die genauere Kenntnis der zugrunde liegenden Vorgänge könnte weitere Behandlungsansätze ermöglichen


Lesen Sie den vollständigen Artikel von Dr. M. Hofmann-Aßmus