Ernährungsplan für das 1. Lebensjahr

Der Ernährungsplan basiert auf Erkenntnissen der Ernährungswissenschaft und der Kindermedizin sowie auf unserer langjährigen Erfahrung und dient als Orientierungshilfe für den Beikoststart.

Wann ist es Zeit für die Beikost?

Beikost kann im Zeitraum zwischen dem fünften und siebten Lebensmonat eingeführt werden. Im zweiten Lebenshalbjahr reicht Muttermilch oder Säuglingsnahrung allein nicht mehr aus, um den steigenden Energie- und Nährstoffbedarf vollständig zu decken. Gleichzeitig sind die meisten Kinder zu diesem Zeitpunkt motorisch und entwicklungsphysiologisch in der Lage, Brei vom Löffel essen. Das empfohlene Zeitfenster berücksichtigt zudem aktuelle Erkenntnisse zur Allergieprävention und unterstützt eine optimale ernährungsbezogene Entwicklung. 

Wann ein Baby so weit ist, erkennt man z. B. daran, dass es: 

  • das Köpfchen alleine aufrecht halten kann
  • Interesse an der vom Löffel angebotenen Nahrung zeigt
  • von Milchnahrungen alleine nicht mehr satt wird 

Wenn Eltern unsicher sind, wann ihr Baby für die Beikost bereit ist, sollten sie sich von einer Kinderärztin/einem Kinderarzt oder einer Hebamme beraten lassen.

Wie baut man die Beikosternährung am besten auf?

Die einzelnen Milchmahlzeiten des Tages werden nach und nach durch Beikost ersetzt. In der Praxis hat es sich bewährt, zunächst den Mittagsbrei einzuführen, da viele Kinder zu dieser Tageszeit besonders aufmerksam und entspannt sind. Sobald dieser gut akzeptiert wird, kann nach einigen Wochen der Abendbrei ergänzt werden, gefolgt vom Nachmittagsbrei. Diese Reihenfolge ist jedoch nicht verpflichtend. Sie kann flexibel an die familiären Abläufe, die Bedürfnisse des Kindes sowie an individuelle Essensrhythmen angepasst werden. Wichtig ist vor allem eine langsame Umstellung, bei der das Kind ausreichend Zeit hat, sich an das Essen vom Löffel zu gewöhnen und neue Geschmacksrichtungen und Konsistenzen kennenzulernen. 

Das HiPP Stufenkonzept für den Beikoststart gibt Hilfestellung bei der Einführung des ersten Breis (Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei):

Stufe 1

Erste Löffel Gemüse – gerne abwechslungsreich

Stufe 2

Nach wenigen Tagen kommt ein stärkehaltiges Gemüse (z. B. Kartoffel) dazu

Stufe 3

Komplettes Menü mit Gemüse, Kartoffel und Fleisch (vorzugsweise Rind)

Zu Beginn der Beikosteinführung können mittags 4 bis 6 Löffel Gemüsebrei (beispielsweise HiPP Reine Bio-Karotten, Kürbis, Reine Pastinake) angeboten werden. Anschließend erhält das Kind zur Sättigung die gewohnte Still- oder Fläschchenmahlzeit. 

Die Gemüsemenge kann täglich um einige Löffelchen gesteigert werden. Wird der neue Geschmack zunächst nicht akzeptiert, empfiehlt es sich dennoch, an den folgenden Tagen erneut kleine Mengen anzubieten und ausreichend Zeit und Ruhe für das Kennenlernen der neuen Nahrung einzuplanen. 

Eine frühzeitige Vielfalt im Geschmack unterstützt die Entwicklung späterer Vorlieben. Daher kann die Gemüsesorte im Abstand von ein bis zwei Tagen gewechselt werden. Im nächsten Schritt wird der Speiseplan durch die Zugabe von Kartoffeln erweitert, z.B. mit HiPP Früh-Karotten mit Kartoffeln oder HiPP Pastinaken mit Kartoffeln oder HiPP Kürbis mit Kartoffeln. 

Wenn es mit dem Gemüse gut klappt, kann etwa ab der dritten Woche ein vollständiges Menü, der „Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei“, gegeben werden. Er dient als vollwertige Mahlzeit und liefert vor allem hochwertiges Eisen. Sobald das Kind ein ganzes Menü isst, wurde die erste Milchmahlzeit durch eine Beikostmahlzeit ersetzt. 

Für eine abwechslungsreiche Ernährung sollten pro Woche 5 Menüs mit Fleisch, 1 mit Fisch und 1 vegetarisches Menü gewählt werden. 

Etwa einen Monat nach Einführung der ersten vollständigen Beikostmahlzeit wird in der Regel eine zweite vollständige Mahlzeit ergänzt. Ein Milch-Getreide-Brei ersetzt dabei eine weitere Milchmahlzeit und wird üblicherweise am Abend angeboten. Nach einem weiteren Monat folgt die Einführung eines Getreide-Obst- oder Getreide-Gemüse-Breis, üblicherweise am Nachmittag.

Hinweis: Der Ernährungsplan versteht sich als Orientierung und nicht als strenge Diätvorgabe. Er bietet einen Rahmen, innerhalb dessen die Ernährung des Babys flexibel und individuell gestaltet werden kann. Das bedeutet, dass es keine feste Rolle spielt, zu welcher Tageszeit welcher Brei gefüttert wird. Wichtig ist lediglich, dass im Laufe des zweiten Lebenshalbjahrs alle drei Breisorten im täglichen Speiseplan des Babys enthalten sind.

Tipp: Gemüsesorten alle 1–2 Tage wechseln, das fördert die Geschmacksentwicklung. 

Getränke: Sobald ein Baby eine ganze Breimahlzeit isst, kann Wasser als Getränk angeboten werden. Ab der dritten Breimahlzeit braucht es regelmäßig Flüssigkeit – insgesamt etwa 400 ml täglich, inklusive Milch.

Was tun bei erhöhtem Allergierisiko?

Auch Kinder mit Allergierisiko dürfen alles probieren – allergene Lebensmittel wie Ei oder Fisch sollen bewusst in den Speiseplan integriert werden. 

Bislang gibt es keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass eine allergenarme Ernährung einen schützenden Effekt hat. Aktuelle Erkenntnisse deuten vielmehr darauf hin, dass eine frühe Auseinandersetzung des kindlichen Immunsystems mit Fremdallergen die Toleranzentwicklung fördert und möglicherweise Allergien vorbeugt. 

Wichtig ist: Neue Lebensmittel langsam und einzeln einführen. So lässt sich gut beobachten, was das Kind verträgt.

Praktische Tipps für einen guten Start

Geduld:Essen vom Löffel ist etwas völlig Neues für ein Baby – es braucht Zeit und Geduld.

Die richtige Temperatur: Brei sollte körperwarm gefüttert werden (Obstgläschen bei Zimmertemperatur). Plastiklöffel mit abgerundeten Rändern sind ideal.

Becher statt Flasche: Das Kind sollte früh an das Trinken aus dem Becher gewöhnt werden. Dauernuckeln aus der Flasche – auch bei zuckerfreien Getränken – kann die Zähne schädigen.

Hygiene: Den Brei nur einmal erwärmen und nur die Portion entnehmen, die das Baby voraussichtlich isst.

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HiPP Ernährungsplan - Abreißblock (44616)

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Quellen:

Abou-Dakn, M., Abu-Omar, K., Alaze-Hagemann, F. et al. Ernährung und Bewegung von Säuglingen und stillenden Frauen 2024.Monatsschr Kinderheilkd

Forschungsdepartment Kinderernährung, Empfehlungen für die Ernährung von Säuglingen 2019