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ESPGHAN Infant Feeding Campaign 2026

Die ESPGHAN (European Society for Paediatric Gastroenterology, Hepatology and Nutrition) hat eine neue Kampagne zur Säuglingsernährung initiiert.

Die Ernährungspraktiken bei Säuglingen unterscheiden sich europaweit deutlich. Gleichzeitig sehen sich sowohl medizinisches Fachpersonal als auch Eltern weiterhin mit widersprüchlichen Empfehlungen, kulturellen Hürden, fehlender Orientierung und uneinheitlicher Unterstützung während der Beikostphase konfrontiert.

Ziel der Kampagne ist es, die Ernährungspraktiken von Säuglingen und Kleinkindern in Europa zu verbessern. Hierzu stellt sie evidenzbasierte, klar strukturierte und konsistente Empfehlungen für Fachkräfte sowie für Eltern und Betreuungspersonen bereit.

Im Fokus steht die Förderung einer gesunden, sicheren und situationsgerechten Beikosteinführung. Dabei werden unterschiedliche familiäre Lebenswelten, kulturelle Hintergründe und verfügbare Ressourcen berücksichtigt – mit dem Ziel, allen Säuglingen einen bestmöglichen Start ins Leben zu ermöglichen.
 

Neue Materialsammlung für die Praxis

  • Evidenzbasierte, praxisnahe Inhalte für den Einsatz in Beratung und Alltag
  • Kostenlos verfügbar und zur Weitergabe geeignet
  • Unterstützt von pädiatrischen Fachgesellschaften

Die Sammlung umfasst sowohl Materialien für Fachpersonal, als auch für Familien.

Zentrale Botschaften und Kernaussagen

  1. Stillen als Basis
    Das ausschließliche Stillen sollte für mindestens 17 Wochen gefördert werden, idealerweise erfolgt ein ausschließliches oder überwiegendes Stillen über etwa 6 Monate. Auch nach Einführung der Beikost wird die Weiterführung des Stillens empfohlen.
  2. Zeitpunkt der Beikosteinführung
    Die Einführung von Beikost sollte frühestens ab der vollendeten 17. Woche und spätestens bis zur 26. Woche erfolgen. Entscheidend ist die individuelle Entwicklungsreife des Säuglings.
  3. Ernährungsqualität und Vielfalt
    Eine ausgewogene Beikost beinhaltet insbesondere eisenreiche Lebensmittel wie Fleisch, Eier oder pflanzliche Alternativen. Zudem sollten Säuglinge frühzeitig an unterschiedliche Geschmacksrichtungen und Konsistenzen herangeführt werden. Auf zugesetzten Zucker und Salz sowie zuckerhaltige Getränke ist zu verzichten. Als Getränke eignen sich Wasser, Muttermilch oder Säuglingsnahrung – Tiermilch sollte im ersten Lebensjahr nicht als Hauptgetränk eingesetzt werden.
  4. Einführung allergener Lebensmittel
    Potentiell allergene Lebensmittel wie Ei oder Erdnuss können bereits zu Beginn der Beikosteinführung in geeigneter Form angeboten werden. Bei Säuglingen mit erhöhtem Allergierisiko für eine Erdnussallergie, wird eine Einführung zwischen der 17. Woche und dem 11. Lebensmonat empfohlen.
  5. Responsives Füttern
    Ein feinfühliges Eingehen auf Hunger- und Sättigungssignale ist zentral. Stillen nach Bedarf, strukturierte Mahlzeiten sowie ein positives Vorbildverhalten fördern langfristig gesunde Essgewohnheiten. Nahrung sollte dabei nicht als Belohnung oder zur Beruhigung eingesetzt werden.
  6. Besondere Ernährungsformen
    Vegetarische und insbesondere vegane Ernährungsweisen im Säuglingsalter erfordern eine sorgfältige fachliche Begleitung. Eine unzureichende Nährstoffversorgung kann gesundheitliche Risiken bergen.


Mehr zur Kamagne:
Infant Feeding Campaign | ESPGHAN 

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