Was gegen die durch Adipositas bedingte Fettleber getan werden kann
05.2026
Autor Dr. Martin Claßen, Bremen
Mit der steigenden Prävalenz von Übergewicht und Adipositas sehen wir immer mehr Kinder mit erhöhten Leberwerten, die durch eine Fettleberhepatitis bedingt sind. Sonographisch finden sich ein Leberparenchym mit erhöhter Echogenität und vermehrter intrahepatischer Schallabschwächung. Neuerdings hat sich für dieses Krankheitsbild der Begriff „Metabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung resp. Steatohepatitis (MASLD/MASH)“ durchgesetzt. Aufgrund des Risikos der Entwicklung einer Leberfibrose oder gar Leberzirrhose gehört die MASH zu den gravierenden Komplikationen von Übergewicht und muss entsprechend ernst genommen werden.
Aufgrund der häufigen Ineffektivität von Lifestyleänderungsmaßnahmen gehören chirurgische Maßnahmen, die die Kalorienaufnahme oder die Resorption negativ beeinflussen (bariatrische Chirurgie) auch bei Jugendlichen zu den therapeutischen Optionen. In den USA wurden 101 Adoleszenten, mittleres Alter 17,5 ± 2,1 Jahre, 68 % weiblich, mit einem BMI von 47,1 ± 8,4 kg/m2) einer bariatrisch-chirurgischen Operation unterzogen. Zum OP-Zeitpunkt hatten 76 % erhöhte Transaminasen, 61 % eine histologisch nachgewiesene MASLD und 45 % eine Leberfibrose. Nach einem Jahr sank der mittlere BMI um 12,9 ± 7,9 kg/m2. Die Werte der Alanin-Aminotransferase (ALT) reduzierten sich von 41 ± 38 auf 27 ± 33 IU/L. 35 % hatten auch nach 1 Jahr noch erhöhte ALT-Werte. Bei 23 Patienten erfolgte eine Kontrollbiopsie der Leber: bei 50 % war die MASH verschwunden und bei der Hälfte verschwand auch die Fibrose vollständig (p < 0,001).
Referenzen:
Sundaram, S. S., Kelsey, M., Nadeau K. J. et al. (2026) Resolution of Biochemical and Histologic Metabolic Dysfunction-Associated Steatotic Liver Disease (MASLD) in Adolescents with Severe Obesity after Metabolic Bariatric Surgery. The Journal of Pediatrics, 2026, 291. DOI: 10.1016/j.jpeds.2025.114944