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Schwangerschaft: Pränataler Vitamin-D-Status und Wachstum, Adipositas und metabolische Gesundheit der Nachkommen

07.2019
Autor
Dr. J. Hower, Pädiater

Mikro- und Makronährstoffmangel in der Schwangerschaft kann in dieser für die kindliche Entwicklung sensiblen Periode gravierende Auswirkungen auf die späteren Körperfunktionen besitzen. Wachstumsstörungen gehören hierbei zu den häufigsten sofortigen Auswirkungen eines intra-uterinen Nahrungsmangels. Auch das spätere kindliche Wachstum, das Adipositas-Risiko und die allgemeine metabolische Gesundheit werden durch den pränatalen Nahrungsmangel negativ beeinflusst. Ein zunehmendes Interesse gilt dabei dem Vitamin D-Mangel, der global verbreitet ist.

Die Autoren haben versucht, mit einer systematischen Übersicht und Meta-Analyse von Beobachtungsstudien die Zusammenhänge zwischen pränatalen Vitamin-D-Status und kindlichem Wachstum, Adipositas und metabolischer Gesundheit zu erfassen (PubMed bis Juli 2017).

Ergebnisse: Niedrige pränatale Vitamin-D-Spiegel waren mit einem niedrigeren Geburtsgewicht, einem erhöhten Mangelgeburts-Risiko und einem erhöhten Gewicht bei Säuglingen im Alter von 9 Monaten verbunden. Es wurden keine Assoziationen zwischen dem pränatalen Vitamin D-Status und anderen Wachstumsparametern bei der Geburt, im Alter von 1 Jahr, 4-6 Jahren oder 9 Jahren beobachtet. Es bestand auch keine Verbindung zum Typ 1-Diabetes.

Fazit: Ein unzureichender pränataler Vitamin D-Status wirkt sich negativ auf die kindliche Entwicklung aus und erhöht das postnatale Adipositas-Risiko im Säuglingsalter. Die Auswirkungen eines pränatalen Vitamin D-Mangels auf die langfristige metabolische Gesundheit im Kindes- und späteren Erwachsenenalter rechtfertigen weitere zukünftige Studien. 

Referenz:
Santamaria C et al. Prenatal vitamin D status and offspring’s growth, adiposity and metabolic health: a systematic review and meta-analysis. Br J Nutr 2018 Feb; 119(3): 310-319

Kommentar: Die Ernährung während der Schwangerschaft führt zur genetischen Programmierung des ungeborenen Kindes (Barker Hypothese). Eine Vielzahl von Studien haben sich deshalb mit dem Einfluss von Vitamin D während der Schwangerschaft auf die kindliche Entwicklung beschäftigt (Eggemoen et al., Pérez-Lopéz et al, Roth et al., Sablok et al.). Es bleibt im Einzelnen immer noch unklar, wieviel Vitamin D für eine Optimierung der kindlichen und mütterlichen Gesundheit erforderlich ist. Die zum Teil widersprüchlichen Ergebnisse bedürfen weiterer Klärung zur Optimierung der mütterlichen und kindlichen Gesundheit. Sicher ist: Schwangere benötigen Vitamin D. Wieviel bleibt unklar.

Referenzen:
Eggemoen AR et al. Vitamin D levels during pregnancy and association with birth weight and body composition of the newborn: a longitudinal multiethnic population-based study. Br J Nutr 2017 Apr; 117(7): 985-993

Pérez-Lopéz et al. Effect of vitamin D supplementation during pregnancy on maternal and neonatal outcomes: a systemativ review and meta-analysis of randomized controlled trials. Fertil Steril 2015 May; 103(5): 1278-1288

Roth DE et al. Vitamin D supplementation during pregnancy: state of the evidence from a systematic review of randomized trials. BMJ 2017 Nov 29; 359: j5237

Sablok A et al. Supplementation of vitamin D in pregnancy and its correlation with feto-maternal outcome. Clin Endocrinol (Oxf) 2015 Oct; 83(4): 536-541