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Kuhmilch-Allergie beim Kind: Die mütterliche Ernährung während der Schwangerschaft & Stillzeit kann schützen

05.2016
Autor Dr. J. Hower, Pädiater

Nimmt die Ernährung während der Schwangerschaft und der Stillzeit Einfluss auf die Entwicklung kindlicher allergischer Erkrankungen? Bisher haben sich nur wenige Studien mit diesem Thema beschäftigt. Finnische Autoren haben jetzt untersucht, ob ein Zusammenhang zwischen der mütterlichen Ernährung während der Schwangerschaft und Stillzeit und dem Auftreten einer kindlichen Kuhmilchallergie (KMA) besteht.

Methode: Zwischen 1997 und 2004 (n = 6288) wurde eine Geburtskohorte mit einem erhöhten Risiko für eine Typ 1 Diabetes-Erkrankung (T1DM) rekrutiert. Die mütterliche Ernährung während der Schwangerschaft und Stillzeit wurde mit erfasst. Eine diagnostizierte KMA wurde über das Register der Sozialversicherung ermittelt und durch elterliche Angaben ergänzt. Der mögliche Zusammenhang zwischen der mütterlichen Nahrungsaufnahme und der KMA wurde überprüft, indem die höchste und niedrigste Quartile des mütterlichen Milchkonsums miteinander verglichen wurden.

Ergebnisse: Der Konsum von Milcherzeugnissen während der Schwangerschaft war in der höchsten Quartile mit einem niedrigeren Risiko für eine KMA bei den Nachkommen verbunden (p <0,01).

Wenn die Daten um die mütterliche allergische Rhinitis und um mütterliches Asthma berücksichtigt und bereinigt wurden, bestand eine inverse Beziehung zwischen einem hohen mütterlichen Konsum von Milchprodukten und der KMA bei Kindern nicht-allergischer Mütter (p <0,001). Nabelschnurblut IgA korrelierte positiv mit dem Verbrauch von Milcherzeugnissen während der Schwangerschaft, was auf eine durch Kuhmilch-Antigene induzierte Aktivierung einer Antigen-spezifischen Immunität bei Säuglingen bereits während der Schwangerschaft hinweist.

Fazit: Der hohe mütterliche Konsum von Milchprodukten während der Schwangerschaft scheint besonders Kinder nicht-allergischer Mütter vor der Entwicklung einer KMA zu schützen.

Referenzen:
Tuokkola, J et al. Maternal diet during pregnancy and lactation and cow’s milk allergy in offspring. Eur J Clin Nutr 2016 Jan 13 (epub ahead of print)

Kommentar: Die Ergebnisse einer weiteren Studie bestätigen, dass die Kuhmilch-Antigen-Vermeidung Allergien nicht verhindert, sondern eher noch fördert!
Auch Järvinen et al. konnten nachweisen, dass Kinder stillender Mütter ein höheres Risiko für die Entstehung einer Kuhmilchallergie tragen, wenn ihre Mütter während der Schwangerschaft und Stillzeit keine Kuhmilch trinken.
Hier bestätigen sich die Erfahrungen, die auch mit der Vermeidung anderer Nahrungsmittel-Antigene gemacht wurden. Die mütterliche Vermeidung von Kuhmilch führte, im Vergleich zu den Kuhmilch trinkenden Müttern, zu niedrigeren Serum-Casein- und BLG- (beta-lactoglobulin)-spezifischen IgG1 und IgG4- und auch zu niedrigeren spezifischen IgA-Antikörperspiegeln.

Referenzen:
Tuokkola, J et al. Maternal diet during pregnancy and lactation and cow’s milk allergy in offspring. Eur J Clin Nutr 2016 Jan 13 (epub ahead of print)
Järvinen, KM et al. Role of maternal elimination diets and human milk IgA in the development of cow´s milk allergy in the infants. Clin Exp Allergy 2014 Jan; 44(1): 69-7