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Kaiserschnitt: Veränderte Darmflora – höheres Krankheitsrisiko

03.2014

Die Anzahl der Kaiserschnittgeburten in Deutschland hat sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt: 2012 kam jeder dritte Säugling per Kaiserschnitt zur Welt (1). Weniger als 10% der Kaiserschnitte waren zwingend notwendig (absolute Indikation) (2) und nur in 2–3% der Fälle lag ein reiner »Wunschkaiserschnitt« vor (3, 4).

Zwar gilt Kaiserschnitt als Routineeingriff, die Kurz- und Langzeitwirkungen auf den Säugling werden jedoch häufig unterschätzt. Die Frage ist also, inwieweit eine Sektio sich auf die Gesundheit des Säuglings auswirkt.

Kaiserschnitt – ein anderer Start ins Leben!

Die Darmflora von Kaiserschnittkindern weicht deutlich von der Darmflora vaginal entbundener Säuglinge ab (5). Im Darm haben Kaiserschnittkinder eine bis zu dreimal geringere Bakteriendichte (6) – vor allem weniger Laktobazillen, Bifidobakterien und Bacteroides (7). Die wertvollen Keime der Vaginalflora, hauptsächlich bestehend aus Laktobazillen, fehlen dem Kind, wenn es durch Kaiserschnitt geboren wird.

Stattdessen wird die Mikrobiota des Säuglings von der Hautflora der Mutter geprägt. Weiterhin kommt das Kind nach der Geburt im Operationssaal nur mit einer geringen Anzahl Bakterien – vorwiegend aus dem Krankenhausmilieu – in Kontakt. Oft wird die bakterielle Erstbesiedlung des Neugeborenendarms zusätzlich durch die Verabreichung von Antibiotika gestört und auch die Stillquote ist geringer. All diese Faktoren führen dazu, dass die »normale« Kolonisation des Darms gestört beziehungsweise verzögert wird (6, 8, 9).

Warum ist die frühe Darmflora so wichtig?

Die initiale Darmbesiedlung mit Bakterien beeinflusst die weitere Entwicklung der  Darmflora, die wiederum die Basis für eine gesunde Darmflora für das ganze Leben darstellt (10). Rund um die Geburt und in den ersten Lebensjahren findet die Prägung des Immunsystems statt. Die durch Sektio veränderte Darmflora kann bis zum 7. Lebensjahr bestehen bleiben (7, 9). Danach bleibt die recht stabile Darmflora jedoch im Großen und Ganzen bis ins mittlere Erwachsenenalter erhalten (11).

Kaiserschnittkinder haben ein höheres Risiko für...

Die veränderte Darmflora ist ein Grund dafür, dass per Kaiserschnitt geborene Babys eine stärkere Immunantwort entwickeln und signifikant häufiger an Erkrankungen des Immunsystems leiden:

  • Allergien (7, 9, 12), Lebensmittelallergie, Heuschnupfen, Asthma
  • Diarrhoe (8)
  • Atemwegserkrankungen (13)
  • Zöliakie (9)
  • Diabetes Typ 1 (9, 14)

Die optimale Ernährung von Kaiserschnittbabys

Besonders für Babys, die per Kaiserschnitt geboren wurden, ist Stillen wichtig. Durch die in Muttermilch enthaltenen Prä- und Probiotika und vielen weiteren Schutzstoffen wird die Darmflora optimal gefördert. Aufgrund der postoperativen Versorgung von Mutter und Kind beziehungsweise der geringeren Milchbildung bei ausbleibenden Wehen werden Babys, die durch Kaiserschnitt geboren wurden, jedoch weniger gestillt (15, 16). Wenn Stillen nicht möglich ist, sollten die Kinder eine Säuglinsnahrung bekommen, die ebenso Prä- und Probiotika enthält und einen Beitrag zum Ausgleich des Defizits an Laktobazillen leisten kann: So enthalten zum Beispiel:

HiPP Combiotik® Säuglingsnahrungen enthalten die probiotische Kultur Lactobacillus fermentumsowie Präbiotika (GOS). Sicherheit und Nutzen dieser Nahrungen, wie signifikant weniger Durchfallerkrankungen, wurden in Studien gezeigt (17, 18).

Literaturliste

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